AVC Burundi
April 25 2022

500 Taskgroups im Einsatz

BURUNDI
AVC Burundi, 2017 gegründet, steckt zwar noch in den Kinderschuhen. Dennoch erzielt der Einsatz im ostafrikanischen Land bereits beachtliche Resultate. Das Kernteam der Organisation hat hierfür ein erfolgreiches System entwickelt.
In der Hauptstadt Bujumbura am schönen Tanganjikasee liegt der Hauptsitz von AVC Burundi. Hier wirkt als Leiter der ehemalige Unternehmer C. mit seiner Frau und den drei Kindern. Er verantwortet die Gründung und die Vorwärtsstrategie von AVC, sie leitet die Arbeit unter Frauen. Vier weitere Mitglieder des Kernteams betreuen, teils zusammen mit ihren Ehefrauen, je eine Region des Landes.

Selbstmultiplizierende Bewegung
Das Kernteam schult kleine, lokale Einheiten, sogenannte Task Groups, die das Evangelium weitergeben – aufgrund des tiefen Bildungsniveaus im Land oft mit Bildern und Geschichten. Weiter leisten sie wertvolle Aufklärungsarbeit über den Islam. Sobald eine Task Group auf über sieben Personen angewachsen ist, wird sie gesplittet. Mitglieder der Gruppe werden nun Leiter neuer Einheiten, die ihrerseits die Gute Nachricht in die Dörfer tragen. Die selbstmultiplizierende Bewegung ist ein Erfolgsmodell. Landesweit beläuft sich die Anzahl der Task Groups bereits auf über 500. Nach dem gleichen Prinzip werden auch Jugendgruppen ins Leben gerufen, die sich zweimal im Jahr in großen Jugendlagern treffen.

Mit Selbstversorgung gegen die Not
Die Ausbildung von geistlichen Leitern und die evangelistischen Tätigkeiten gehen in Burundi mit Schulung in Selbstversorgung einher. Dadurch wird die Gefahr abgewendet, dass sich diskriminierte MBBs* aus purer Not wieder dem Islam zuwenden. Begleitend erhalten die MBBs, wenn immer möglich, ein Startkapital als Mikrokredit: zum Beispiel Kleintiere wie Kaninchen oder Nähmaschinen für Frauen, die eine Ausbildung als Näherin durchlaufen haben.

Unsere Zeit ist knapp
Doch auch der Islam ist auf dem Vormarsch. Finanzstarke islamische Staaten betreiben eine aggressive Islamisierung in der Region Zentralafrika. Flächendeckend werden große Zentren gebaut, die Spitäler und Schulen, aber auch Moscheen und Koranschulen miteinschließen. Das deklarierte Ziel lautet: Jedem Dorf seine Moschee.

Es werden Regierungsgebäude und Straßen finanziert und Jugendliche gefördert: Die cleversten Schüler holt man mit der Vergabe von Studienplätzen in die Geberländer, von wo sie als gut ausgebildete, wortgewandte und radikale Muslime heimkehren. Junge Frauen werden nicht selten mit Muslimen zwangsverheiratet. Bereits ist der Anteil Muslime in den vergangenen 20 Jahren von 1 % auf 25 % angestiegen. Anzunehmen ist, dass Burundi, wo als Erbe der belgischen Kolonialzeit 60 % registrierte Katholiken sind, innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre islamisiert sein wird.

Die Angst im Nacken
Mit Ausnahme der Hauptstadt Bujumbura mit ihren 1,1 Millionen Einwohnern sowie sechs weiteren Städten mit bis zu 125 000 Einwohnern besteht das Land aus verzettelten, größeren und kleineren Siedlungen. Die meisten Dorfbewohner bebauen das Land rund um ihre Lehmsteinhäuser. Der Ertrag wird am Straßenrand verkauft oder dient der Selbstversorgung. Alternativ wird Arbeit in den Städten gesucht und das Geld nach Hause gebracht.

Vordergründig erscheint das Land friedlich und sicher, doch hinter der Fassade machen sich Zeichen von Repression bemerkbar. Die Politik hat ein sehr waches Auge, prüft viele Aktivitäten und beseitigt kurzerhand mutmaßliche Spione und Regierungsgegner. Auch die Überwachung der Kirchen nimmt zu. Regierungskritische Geistliche werden behördenseitig ausgetauscht. In der Nacht patrouilliert das Militär in den Straßen, und alles, was nicht transparent ausgewiesen wird, wird als mögliche Rebellion eingestuft. Auswärtige Besucher, die über Nacht bleiben, sind verdächtig und sollten den Behörden gemeldet werden. Kritik kann lebensgefährlich sein.

Vergangenheit wirft dunkle Schatten
Teilweise lässt sich dies mit der traumatischen Geschichte des Landes erklären. Rebellenkämpfe und Bürgerkriege forderten in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt fast eine Million Menschenleben, ca. 8 % der Bevölkerung. Wie der benachbarte Schwesternstaat Ruanda war auch Burundi über sehr lange Zeit Schauplatz des blutigen Ringens um Vorherrschaft zwischen den Volksgruppen der Hutu und der Tutsi. Die Bevölkerung besteht aus zwei Dritteln Hutu und einem Drittel Tutsi.

Doch im Jahr 2000 gelang beiden Seiten ein versöhnlicher Neuanfang. Das durch Vermittlung des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela unterzeichnete »Arusha Peace and Reconciliation Agreement for Burundi«** bildet heute die Basis der Zwei-Ethnien-Regierung: Jedes Amt muss durch ein Mitglied der einen und einen Stellvertreter der anderen Volksgruppe besetzt werden.

Im Griff fremder Mächte
Aufgrund politischer Unruhen im Jahr 2015 wurden Investitionen internationaler Organisationen wie der Weltbank in Burundi gestoppt. Dies öffnete fremden Machtinteressen Tür und Tor. Islamische Staaten gewinnen an Einfluss, wobei, wie zuvor beschrieben, die religiöse Durchdringung im Vordergrund steht. China investiert in Infrastrukturprojekte und erhebt Ansprüche in den Bereichen Wirtschaft und Bodenschätze. Dabei ist Burundi eines der ärmsten, wenn nicht gar das ärmste Land dieser Welt.

Trotz trüben Aussichten hält AVC Burundi an der Hoffnung fest und setzt sich weiterhin engagiert für die Verbreitung der Guten Nachricht, der Liebe Gottes und der Wahrheit ein.

*   MBBs (Muslim Background Believers) sind Konvertiten mit muslimischem Hintergrund.
** Das Friedens- und Versöhnungsabkommen für Burundi wurde 1998 in Arusha unterzeichnet.

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