
Endlich ein Zuhause
Natalia und Sergej sitzen beide im Rollstuhl. Gemeinsam mit ihrer Tochter haben sie während des Krieges jahrelang unter unvorstellbaren Bedingungen gelebt. In einem Keller harrten sie aus – ohne Strom, ständig begleitet von der Angst vor Bomben, Raketen und Drohnen. Schließlich verloren sie auch noch ihre Unterkunft und standen buchstäblich auf der Strasse. Zwar fanden sie vorübergehend Zuflucht in einer leer stehenden Wohnung, doch als diese verkauft werden sollte, mussten sie erneut gehen.
Dann griff Gott auf besondere Weise ein. Ein Unterstützer kaufte für die Familie eine stark beschädigte Wohnung. Mitglieder unserer Partnergemeinde renovierten sie mit viel Einsatz und machten sie so weit wie möglich rollstuhlgängig. Die Verhältnisse sind einfach, doch die Wohnung bietet der Familie endlich ein sicheres Zuhause.
Während unseres Besuchs beeindruckte uns vor allem eines: das Lächeln der beiden. Natalia und Sergej haben Jesus Christus in ihr Leben aufgenommen. Die Hoffnung, die ihnen früher fehlte, ist ihren Gesichtern anzusehen. Ihre kleine Wohnung ist mit Blumen und Pflanzen geschmückt, an denen sich Natalia täglich freut. Sogar ihre Katze und ihr Vogel tragen zur fröhlichen Atmosphäre bei. Als wir gemeinsam beteten, begann der Vogel laut zu pfeifen – fast so, als wollte er in das Gebet einstimmen.
Aus der Schweiz konnten wir zudem zwei Rollstühle liefern, die den Alltag der Familie erheblich erleichtern. Zwar sind die Türen der Wohnung eng, doch die Rollstühle passen hindurch. Auch ihre Tochter kann wieder zur Schule gehen und ein Stück Normalität erleben. Aus Angst wurde Hoffnung, aus Heimatlosigkeit ein Zuhause und aus Verzweiflung Zuversicht. Dafür sind wir von Herzen dankbar.



