avc Tansania
July 31 2026

Verborgene Heldinnen

TANSANIA
Die jungen Bewohner des »Agape Childrens’ Village« in Tansania kommen aus desaströsen Umständen. Engagierte Frauen sichern den Kindern ein wohltuendes Umfeld.

Seit Jahresbeginn sind vier neue Bewohner in unserem Kinderdorf angekommen. Die beiden Jüngsten, Demily und Jon*, waren beim Eintreffen erst zwei Jahre alt und ernsthaft erkrankt. Jon, mit HIV infiziert, bestand nur noch aus Haut und Knochen, als ihn das Sozialamt zu uns übermittelte. Der kleine Demily befand sich sogar in Lebensgefahr. Wir brachten ihn ins Krankenhaus, wo er Blutinfusionen bekam.

Lameck und Petro sind nur ein wenig älter als die anderen beiden Neuzugänge. Trotz ihres jungen Alters mussten sich die beiden selbst auf der Straße versorgen. In Abwesenheit eines intakten Elternhauses streunten sie tagsüber durch die Straßen. Alle vier Kinder stammen aus schweren Familienverhältnissen. Die Mutter von einem der Kleinen ist verwitwet und so arm, dass sie in der Not das Kind abgab. Die anderen drei sind Söhne von Prostituierten.

Alltagsbegleitung mit Dauerfolgen

Gerne blicken wir auf die Erfolge, die unsere Schützlinge im Kinderheim vorzeigen können. Denn über schulische Leistungen, Berufsausbildungen und vor allem eine gute persönliche Entwicklung kann man sich zurecht freuen. Hinter diesen Entwicklungen steckt jahrelange Arbeit. Die Kids kommen aus teils schwierigen Verhältnissen, und oft braucht es Monate, ja sogar Jahre, bis körperliche, emotionale und geistige Heilung sichtbar ist.

Durchbrüche schaffen unsere Mitarbeiter insbesondere mit der gelebten Liebe Jesu, die die Herzen der Kids berührt, erweicht und verändert. Selbst wenn eine gemeinsame Mahlzeit, eine Schulaufgabe oder der Gottesdienstbesuch ohne Vorwarnung von alten, schädigenden Verhaltensausbrüchen überschattet wird, lassen sich die Hausmütter nicht entmutigen. Sie sind zuversichtlich, dass über kurz oder lang jedes Kind mit Gottes Hilfe eine gesunde Entwicklung erleben darf.

Anerkennung für die Lastenträger

In Zweierteams und mit einer Springerin führen fünf Frauen die Haushalte unseres Kinderdorfes. Drei von unseren Hausmüttern sind Witwen, die im Umgang mit den Kindern die notwendigen Eigenschaften für die wichtige Rolle im Kinderdorf bewiesen haben. Alle fünf sind hervorragende Mitarbeiterinnen. Tag für Tag sind sie mit Aggression, unterbrochener Nachtruhe oder Sorge um die eigene Gesundheit konfrontiert, jedoch in einem Ausmaß, das kaum innerhalb einer Familie vorkommen würde. Denn in den zwei Häusern wohnen zurzeit 27 Schützlinge.

Dieser Hochleistung gebührt besondere Anerkennung, die die Kinderdorfgemeinschaft auf eigene Weise zum Ausdruck bringt. Obwohl dies hierzulande selten vorkommt, besitzen die Frauen jeweils eigene Grundstücke, aus Dankbarkeit vom Dorf gespendet. Auf fruchtbarem Boden können sie Gemüse anbauen. Damit aber auch die Seele die Dankbarkeit wahrnehmen kann, haben vor wenigen Wochen alle fünf Hausmütter einen freien Tag bekommen. Gemeinsam mit Madam Bupe, der Dorfleiterin, genossen sie Gemeinschaft miteinander. Ohne die Kinder beobachteten sie freilaufende Löwen im Nationalpark, sie lachten, sie beteten, und sie rüsteten sich für weitere Alltagsheldentaten.

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