
Altenheim eröffnet
Das Altersheim und christliche Zentrum Adara Piyasa (Haus der Liebe) umfasst ein großes Hauptgebäude sowie ein Nebengebäude und bietet über 40 Personen Platz. Ein Teil der Anlage ist als Altersheim konzipiert und kann rund zehn Bewohnerinnen und Bewohner aufnehmen. Zum Gelände gehören zudem ein Gemüsegarten, verschiedene Obstbäume, Kokospalmen sowie ein Fischzuchtteich. Diese Bereiche tragen zum Einkommen bei und unterstützen die angestrebte Selbstfinanzierung des Projekts.
Für die ganze Dorfgemeinschaft
Neben dem Altersheim und dem christlichen Schulungszentrum sind verschiedene Sozialangebote für die Dorfbevölkerung geplant. Dazu gehört unter anderem ein kleiner Communication Shop, in dem Dienstleistungen wie Kopieren, Laminieren und Drucken angeboten werden. Mit sechs bereitgestellten Notebooks soll zudem Computerunterricht ermöglicht werden, da viele Menschen vor Ort weder privat noch in der Schule Zugang zu Computern haben. Ferner kann das Zentrum für Konferenzen, Schulungen oder auch Hochzeiten gemietet werden, was eine weitere wichtige Einnahmequelle darstellt.
Das Zentrum ist nicht nur für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheims ein großer Segen, sondern für das gesamte Dorf. So haben unsere Partner direkt nach der Eröffnung über 70 Personen aus der lokalen Bevölkerung in ihrer mobilen Augenklinik untersucht und fast ebenso viele Brillen kostenlos abgegeben. Dennoch geriet Adara Piyasa in den Tagen vor, während und nach der Eröffnung sowohl geistlich als auch äußerlich unter Druck.
Umkämpfte Eröffnung
Unser Projektleiter hat die Eröffnung hautnah miterlebt. «Nach einem heftigen Gewitter in der Nacht und längerem Stromausfall fand die Eröffnung im Beisein zahlreicher Dorfbewohner statt. Ein buddhistischer Mönch aus dem Ort stellte sich vehement gegen das Projekt. Er verbreitete das Gerücht, es solle hier eine Kirche entstehen, und versuchte, die Bevölkerung gegen das Zentrum aufzubringen. Doch die Dorfgemeinschaft folgte ihm nicht. Im Gegenteil: Viele bezeichneten das Zentrum als einen Segen für das Dorf. Der Mönch stand mit seiner Haltung zunehmend allein da. Ein Dorfbewohner widersprach ihm sogar offen, warf ihm vor, Unruhe in die Gemeinschaft zu tragen, und forderte ihn auf, damit aufzuhören. Andernfalls solle er den Ort verlassen.
Trotzdem gab der Mönch nicht nach. Er versuchte, lokale Politiker und buddhistische Leiter gegen unser Zentrum zu mobilisieren. Während der Eröffnungsfeier rief er die Polizei und versuchte, Anzeige gegen uns zu erstatten. Doch sein Vorhaben kehrte sich ins Gegenteil: Die Polizei nahm ihn fest und hielt ihn bis nach der Feier fest. Gleichzeitig erschienen fünf zivil gekleidete Polizisten bei unserer Veranstaltung. Sie hörten aufmerksam die Reden, nahmen an der Feier teil, genossen Kaffee und Kuchen und verschafften sich vor Ort einen eigenen Eindruck. Am Ende kamen sie zu dem Schluss, dass von unserem Zentrum keine Gefahr ausgeht – vielmehr erkannten sie darin einen Gewinn für das Dorf.
Unser lokaler Partner Pastor L. plant nun, den Mönch persönlich aufzusuchen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, eine respektvolle und friedliche Beziehung zu ihm aufzubauen und Spannungen innerhalb der Dorfgemeinschaft möglichst zu vermeiden.»



