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October 23 2023

Neustart im AVC Kinderheim

BRASILIEN
Camila Mastella kam schon als Dreijährige in unser Kinderheim. Im Alter von acht Jahren begann eine Abwärtsspirale von übergriffige Pflegefamilien und durch toxische Beziehungen. Bis Gott eingriff.

Die Entscheidungen, in welcher Familie ein Kind untergebracht wird, trifft in Brasilien das Jugendgericht – manchmal leider auch gegen den ausdrücklichen Wunsch unserer Heimleitung.

So währte Camilas Freude, in eine »richtige« Familie aufgenommen zu werden, nur kurz. Schnell merkte sie, dass ihre Rolle nicht die einer Tochter, sondern einer Sklavin war. Sie war Kindermädchen und Haushaltshilfe, durfte die Schule nicht besuchen, schlief bei den Hunden, wurde misshandelt. »Diesen Horror habe ich bis zu meinem zwölften Lebensjahr ertragen. Dann traute ich mich endlich, das Ehepaar anzuzeigen.«

Mit 13 gab es einen weiteren Versuch der Behörden, Camila in eine Familie zu integrieren – leider genauso erfolgslos. Der Familienvater war Alkoholiker und schlug die Kinder. Nach sechs Monaten kehrte Camila erneut in unser Heim zurück.

Neu anfangen – und scheitern
Als Volljährige zog sie aus, erhielt aber weiterhin viel Unterstützung von den Mitarbeitenden unseres Heims. »Sie unterstützten mich bei der Arbeitssuche. Auch halfen sie mir, eine Wohnung zu finden und einzurichten, um mir einen guten Start in die Selbständigkeit zu ermöglichen.« Mit 19 wurde Camila Mutter. Die Beziehung zum Kindsvater ging in die Brüche. Sie zog zurück ins Kinderheim, wo ihr eine Arbeitsstelle angeboten wurde, die sie gerne annahm.

Zwei Jahre später wagte sie einen zweiten Umzug in eine eigene Wohnung. Aber auch dieser Neuanfang scheiterte: Sie ging eine Beziehung zu einem Alkohol- und Drogenabhängigen ein, war bald schon selbst süchtig und erneut schwanger. »Ich war tief gesunken und am Boden zerstört. Langsam merkte ich, dass dieser Mann mich ruinierte. Ich sammelte all meine Kräfte und beendete die Beziehung.«

Mit Gottes Hilfe aus der Sucht
An Tiefpunkt ihres Lebens angekommen, erinnerte sie sich an die schönen Erfahrungen im Kinderheim, die christlichen Inputs, den liebevollen Umgang. Ihr erster Gottesdienstbesuch seit langem und die Predigt vom verlorenen Schaf schlugen voll bei ihr ein. »Es war wie die Stimme Gottes, der mich rief, zurückzukommen. Ich kehrte um und bat ihn, mir zu helfen, die Sucht zu überwinden. 15 Tage lang hatte ich einen heftigen Entzug, ständig flehte ich weinend zu Gott. Mit seiner Hilfe wurde ich frei. Ich bin dem Kinderheim von Herzen dankbar für alle Hilfe und vor allem für die täglich vorgelebten christlichen Werte. Ich danke meinen Paten, die mir das Leben an diesem Ort ermöglicht und letztlich damit mein Leben gerettet haben.«

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