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24. Juli 2026

Von Dschihadisten vertrieben

MALI
Für Christen in Mali ist Existenzangst Alltag: Dörfer werden überfallen, Häuser niedergebrannt. Oft bleibt den Menschen nur, alles zurückzulassen. Schutz bietet die neue Nehemia-Siedlung von AVC.

In der Nehemia-Siedlung im Süden von Mali leben heute 30 Familien, deren Herkunftsdörfer bei Terroranschlägen zerstört wurden. Seit ihrer Umsiedlung haben die Bewohnerinnen und Bewohner eine radikale Veränderung ihrer Lebensbedingungen erfahren. Sie profitieren nun von einer sichereren Umgebung, Zugang zu grundlegender Infrastruktur sowie von seelsorgerischer Begleitung. Nach Monaten auf der Flucht erleben die Menschen in angemessenen Unterkünften wieder Ordnung, Frieden und gegenseitige Unterstützung.

Selbstständigkeit und Würde

Zu Beginn erhielten die Vertriebenen neben Wohnraum auch eine befristete Nahrungsmittelhilfe. Inzwischen sorgen viele Familien selber für ihren Lebensunterhalt. Landwirtschaftliche, genossenschaftliche und kleine kommerzielle Aktivitäten ermöglichen ihnen Schritt für Schritt wirtschaftliche Eigenständigkeit. Diese Entwicklung ist mehr als ein praktischer Erfolg – sie bedeutet Würde.

Der Alltag im Dorf ist geprägt von der Arbeit auf den Gemeinschaftsfeldern. Schon früh am Morgen gehen Männer und Frauen gemeinsam in die Gärten. Tomaten, Zwiebeln, Salat und andere Gemüsesorten wachsen hier. Die Ernte sichert die Ernährung der Familien – und stärkt zugleich den Zusammenhalt. Ergänzend dazu betreiben einige Bewohner Handel oder halten Kleintiere wie Hühner und Ziegen. Die Produkte werden auf lokalen Märkten verkauft oder mit benachbarten Dörfern getauscht. So entstehen zusätzliche Einkommensquellen und eine gesunde wirtschaftliche Basis auf mehreren Standbeinen.

Unaufhaltsame Zukunft

Ein fester Anker im Wochenrhythmus ist der Sonntag. Dann versammelt sich die Dorfgemeinschaft zum Gottesdienst. Gebet, Lobpreis und gemeinsames Hören auf Gottes Wort schenken Halt und Hoffnung. Die kleine Dorfkirche ist ein Ort, wo jeder willkommen ist. Der Glaube wird gestärkt, was Kraft für den Alltag gibt.

In der Siedlung leben viele Kinder. In der Sonntagsschule hören sie biblische Geschichten, angepasst an ihr Alter. Diese Zeiten prägen nicht nur ihren Glauben, sondern fördern auch Gemeinschaft und Vertrauen innerhalb der jungen Generation. Besonders bewegt hat die Dorfgemeinschaft in jüngster Zeit die Geburt von vier Babys. Sie stehen für Zukunft, für Leben – und für Hoffnung inmitten eines von Gewalt gezeichneten Landes. Diese Neuanfänge werden als Segen empfunden und gemeinsam gefeiert.

Transparenz und Mitverantwortung

Getragen wird das Dorf von einem Verwaltungsausschuss, in dem Vertreter der Familien und AVC-Mitarbeiter aus Mali zusammenarbeiten. Er sorgt für einen geordneten Ablauf, eine gerechte Verteilung der Ressourcen und die Lösung von Konflikten.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Lage im Land angespannt. Dschihadistische Angriffe prägen den Alltag vieler Regionen Malis und setzen die Bevölkerung massiv unter Druck. Umso wichtiger ist es, die Menschen in der Nehemia-Siedlung und die Mitarbeitenden vor Ort im Gebet zu begleiten und um Gottes Schutz und Frieden zu bitten.

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