
Endlich wieder in Sicherheit
Zunehmend sind der Norden und das Zentrum von Mali fest in den Händen der Dschihadisten. Die christliche Bevölkerung leidet unter massiver Verfolgung durch radikal-islamische Milizen, die sie überfallen, enteignen, zwangskonvertieren, entführen oder ermorden. Wer kann, flieht südwärts, oft ohne Hab und Gut.
Würde, neu erlernt
Angesichts dieser Lage hat AVC mit dem lokalen Partner das Projekt »Nehemia-Siedlung« ins Leben gerufen. Konkret haben wir ein Dorf mit 30 Häusern erbaut, das von ebenso vielen christlichen Familien bezogen wurde. Diese Häuser sind mehr als nur eine Unterkunft: Sie ermöglichen Familien, die wegen ihres Glaubens alles verloren haben, Sicherheit und einen Neuanfang. Sie müssen nicht mehr angstvoll ums Überleben ringen, sondern können sich in einem stabilen Umfeld niederlassen, das Zukunftsperspektiven zulässt.
Die Siedlung ist stark gemeinschaftlich organisiert. Einige Familien bebauen zur Verfügung gestellte Ackerflächen mit Getreide und Gemüse. Andere Gruppen von Familien erarbeiten etwa einen Plan für Viehzucht und gehen dieses Projekt nach Empfang eines Startkapitals gemeinsam an. Wieder andere Familien kümmern sich als Kollektiv um Mango-Plantagen. Auf diese Weise haben die Vertriebenen die Möglichkeit, für sich selbst zu sorgen und ihre geraubte Unabhängigkeit und Würde zurückzuerlangen. Nach Jahren des Terrors, der Ausbeutung und Entwurzelung erleben sie wieder Gemeinschaft und Solidarität. Die ebenfalls neu erbaute Kirche ist rasch zum geistlichen Zentrum des Dorfes geworden. Hier treffen sich die Menschen regelmäßig, um Gott zu danken und ihn anzubeten.
Endlich wieder zum Arzt
AVC hat jeden Haushalt mit einer Grundausstattung aus Schlafmatten, Küchen- und Reinigungsutensilien beschenkt. Bis die Familien in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften, erhalten sie Getreide und eine monatliche finanzielle Unterstützung.
Vier Wassertürme und ein Solarstromnetz sorgen für die regelmäßige Versorgung der Haushalte. Im Dorfladen finden die Dorfbewohner Lebensmittel und Produkte des täglichen Gebrauchs. Auch der Bau eines Gesundheitszentrums ist ein bedeutender Fortschritt. Allerdings ist das Zentrum bisher noch ziemlich leer: Noch fehlt es an der medizinischen Einrichtung. Bei den vertriebenen Familien, die lange Zeit ohne medizinische Versorgung leben mussten, besteht ein dringender Bedarf.
Das Dorf muss wachsen
Die Nehemia-Siedlung hat für 30 umgesiedelte Familien eine dauerhafte Existenzgrundlage geschaffen. Doch viele andere leben immer noch in prekären Verhältnissen. Die Wohneinheiten, die landwirtschaftlichen Flächen und die Einrichtungen für Wasser und Strom müssen ausgebaut, vergrößert und an eine wachsende Gemeinde angepasst werden. Die Ausweitung des Projekts ist unerlässlich.
Mit dem Ausbau der neuen Siedlung, einem größeren Markt und mehr Verkehr werden auch Siedlungen in der Nachbarschaft profitieren. Die Straßen werden Wege für das Evangelium in der Region werden.



