
Aufbau mit Perspektive
Pastor Clement, Leiter von AVC Burundi, treibt mit grosser Klarheit und Zielstrebigkeit unsere Arbeit voran. Sein Blick ist in die Zukunft gerichtet, sein Handeln geprägt vom Wunsch, Strukturen nachhaltig und tragfähig zu gestalten. Dabei geht es ihm nicht nur um funktionierende Abläufe im Heute, sondern um die langfristige Eigenständigkeit der Teams und Projekte. Clement setzt weitsichtig auf Strategien, die zukunftsfähig sind.
Biblische Solidarität
Übers Land verteilt gehören aktuell rund 30 Communities der International Baptist Church of Burundi zu AVC Burundi. Dies sind kleine, lebendige Gemeinschaften von rund 50 Personen, die wie eine kleine Kirchengemeinde funktionieren. Durch den engen Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und ein starkes Engagement entwickeln sie eine beeindruckende Selbstständigkeit. Geistlich verwurzelt in der Bibel und geprägt von christlichen Werten, geben sie den Christen vor Ort Halt, Orientierung und einen festen Anker im oft herausfordernden Alltag. Diese Gruppen verbinden spirituelle Stärkung mit praktischer Hilfe und verkörpern so glaubhafte Nächstenliebe. Aus dieser stabilen Basis heraus verbreitet sich die Gute Nachricht ganz natürlich weiter – hinein in Dörfer, Städte und tiefer in die burundische Gesellschaft.
Jeder Gruppe steht ein Leiter vor, darunter auch einige AVC-Regionalleiter. Pastor Clement betont: »Es ist wichtig, dass die Community-Mitglieder eine selbstbestimmte Denkweise entwickeln und sich vom konsumorientierten ›NGO-Mindset‹ lösen. Ein Teil der Gruppen kommt jetzt schon ohne die Unterstützung von AVC aus. Wir sind dankbar für diese Erfolge in so kurzer Zeit.«
Mit gutem Beispiel voran
Einer dieser Regionalleiter im Norden Burundis ist Samuel. In Musenyi, einem kleinen, von Agrarwirtschaft geprägten Dorf, baut er nach mehrheitlich biologischen Prinzipien auf einer kleinen Parzelle Reis, Mais, Bohnen und Bananen an.
Ausserdem züchtet er Meerschweinchen und Kaninchen. Das Geld für Saatgut erhält er von AVC in Form eines Mikrokredits. Samuels Felder bringen reichen Ertrag.
Samuel ist auch Leiter einer Community, die sich in einem Gebäude am Rande seines Ackerlandes trifft. Durch seinen Fleiss und seine Tüchtigkeit ist der Regionalleiter ein Vorbild für andere. Immer wieder wird Samuel von anderen Dorfbewohnern gefragt, wie er das mache, denn sie möchten seinen Erfolgen nacheifern. Gerne gibt er sein Wissen weiter, bildet Interessierte in Landwirtschaft aus und lehrt sie Jüngerschaft.
AVC Burundi berichtet aber auch von Herausforderungen bei der Lagerung der Erträge. Mais ist, anders als Reis, schwer zu lagern. So sei einmal einem Regionalleiter die gesamte Maisernte durch Schimmel und Tierbefall vernichtet worden.
Ein Segen auch für andere
Dank seiner visionären und effizienten Entwicklung in den vergangenen vier Jahren ist AVC Burundi zu einer festen Grösse im Land herangewachsen. Aus diesem Grund macht sich Pastor Clement bereits Gedanken über die Ausweitung unserer Arbeit auf umliegende Länder. Schon längere Zeit hegt er den Wunsch, auch den Menschen im Ost-Kongo zu helfen und ihnen darüber hinaus von der Liebe von Jesus zu erzählen. Diese seit Jahrzehnten durch Gewalt, Krieg und Zerstörung leidgeplagte Region grenzt direkt an Burundi und liegt nur eine halbe Autostunde von AVC Burundi entfernt.
Doch Pastor Clement muss nicht einmal selbst gehen, denn jetzt kommen die Menschen aus dem Kongo zu ihm nach Burundi! Die Kämpfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben eine neue humanitäre Krise ausgelöst.
Hunderttausende sind vor den brutalen Kämpfen zwischen schwer bewaffneten Milizionären und der kongolesischen Armee geflüchtet, die das Land mit Tod, Plünderungen und sexueller Gewalt überziehen. Viele verlieren über Nacht ihre Heimat, Familienmitglieder und jede Sicherheit – zurück bleiben Angst und Traumata.
Krise vor der Haustür
Die Menschen suchen Schutz in den Nachbarländern. Über 70’000 sind allein nach Burundi geflohen, was die mageren Ressourcen des ohnehin schon sehr armen Landes zusätzlich strapaziert. Unser Team hat sofort reagiert und damit begonnen, den Bewohnern in einem der Flüchtlingscamps praktische und geistliche Unterstützung zu bringen. Dies umfasst Lebensmittel, Hygiene-Artikel für Frauen, das Flicken von Kleidung, Haarschnitte, Kinderprogramme und Gottesdienste. Das Team schafft es, im kleinen Rahmen einen bedeutenden Beitrag zur Wahrung der Menschenwürde zu leisten – gerade für jene, die oft nichts als ihre Kleidung am Leib hatten, als sie fliehen mussten. Viele aus dem Team erhielten selbst früher Unterstützung. Nun helfen sie mit Herz und Hingabe anderen in Not.



