avc Äthiopien
17. September 2026

Sechsmal danebengeschossen

ÄTHIOPIEN
Trotz Widerstand und massiver Gewalt macht eine ehemals muslimische Familie Jesus bekannt. Aktuelle Ereignisse aus Äthiopien.

Für Abdu war das Leben schlicht und vorhersehbar. Wie auch die Mitbewohner im Dorf bestellte der Kleinbauer seine Felder und versorgte sein Vieh. Tagein und tagaus, immer dasselbe. Wie bereits ungezählte Generationen zuvor folgte der sechsfache Familienvater der Lehre des muslimischen Glaubens. Bis eines Tages einer seiner Söhne ihm erzählte, dass er sich für das Leben mit Jesus entschieden hätte. Der Vater, und sehr bald auch die gesamte Familie, nahmen den christlichen Glauben an.

Als daraufhin drei der Bauernsöhne in die umliegenden Dörfer zogen, um die Gute Nachricht weiterzugeben, stießen die Brüder auf fruchtbaren Boden. Etliche Menschen nahmen die Botschaft an und begannen, in aller Öffentlichkeit als Christen zu leben und sich zu versammeln.

Freiheitsberaubung und Mord

Doch der Widerstand ließ nicht lange auf sich warten. Als sich die ehemaligen Muslime zu einem Gottesdienst trafen, betraten gewaltbereite Eindringlinge den Raum und nahmen zwei von Abdus Söhnen mit. Sie verschleppten die Beiden und sperrte sie in eine Latrine ein, ohne Essen und ohne Wasser. Erst nach fünf Tagen wurden sie freigelassen, zwar äußerlich geschwächt aber im Herzen ungebrochen.

Der Überfall auf die Gemeinde war jedoch nur der Anfang der Verfolgung. Abdu befand sich gerade mit einem Sohn auf dem Acker, als Unbekannte den jungen Mann unter Beschuss nahmen. Sechs Kugeln gingen daneben, während er um sein Leben floh. Der Vater konnte nicht entkommen. Er wurde auf dem eigenen Feld umgebracht.

Seit dem Tod des Vaters hat die Familie alles verloren. Die Tiere und alle Wertgegenstände wurden von ihnen genommen. Die Witwe und ihre Kinder sind wegen ihres Glaubens von der Dorfgemeinschaft ausgestoßen. Sie sind nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen. Trotzdem bleiben sie standhaft und fahren fort, die Liebe Jesu weiterzugeben.

Der Bauer Abdu Yesuf lebte nur 48 Jahre, bevor er wegen seines christlichen Glaubens ermordet wurde. Aber auch nach seinem Tod wird weiter gesät und geerntet – durch seine Familie und für die Ewigkeit. Denn durch den Dienst von Abdus drei Söhnen haben sich bereits 160 Menschen für das Leben mit Jesus entschieden.

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