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Eritrea: Doppelt verschlossenEritrea: Doppelt verschlossen

Eritrea wird von westlichen Medien weitgehend ignoriert. Nach außen schottet sich das Land ab. Und innen werden unliebsame Zeitgenossen wie Christen in den Untergrund gedrängt.

Die Zustände, unter denen die Untergrundkirche ohnehin schon leidet, sind durch den chronischen Lockdown noch gravierender geworden.

Christen weiterhin im Untergrund
Sich öffentlich in Kirchen zu treffen, ist tabu. Deshalb kommen wir in kleinen Hauszellen zusammen. Wir streuen die Botschaft von Jesus, denn geneigte Zuhörer lassen sich überall finden. Und es entstehen neue Hauszellen.

Kürzlich wurden überraschenderweise über 50 Christen aus verschiedenen Gefängnissen entlassen. Die Freude der betroffenen Familien ist unvorstellbar – ein Lichtblick in diesen schwierigen Zeiten! Niemand hat das erwartet. Gottes Timing ist eine Klasse für sich.

Land weiterhin im Lockdown
Seit März 2020 wird die Bevölkerung durch den Lockdown gebeutelt. Ungezählte haben ihren Job verloren, sehen keine Zukunft mehr. Sämtliche öffentlichen und staatlichen Stellen sind geschlossen. Nur noch Lebensmittelläden sind geöffnet, doch die Leute stehen vor weitgehend leeren Regalen. Ich bin jetzt fast 40 Jahre alt, und in all diesen Jahren habe ich noch nie eine derart erstickende Dichte an Problemen in unserem Land erlebt. Ich habe keine Ahnung, wie wir es schaffen sollen, zu überleben. Manche erhalten zwar Unterstützung von Angehörigen im Ausland, aber auch diese ist am Versiegen, weil die Exil- Eritreer ihrerseits mit Problemen zu kämpfen haben.

Zu all dem Elend gesellt sich die Situation in der Tigray Region in Äthiopien. Von dort aus attackieren Rebellengruppen auch eritreische Streitkräfte. Verlieren Familien durch diesen Konflikt auch noch Söhne und Töchter, wird der Boden unter ihren Füssen komplett weggerissen.

Ihr von AVC habt uns schon oft besucht und dabei wahrgenommen, unter welchem Druck wir stehen und welche Ängste die Menschen hier erleiden. Die Lage hat sich drastisch verschlimmert. Die einzige Hoffnung ist und bleibt Jesus Christus!

Hilfe ist weiterhin Grund zur Freude
Von dem Geld aus der »Aktion Weihnachtsfreude Übersee« habe ich für die Kinder Geschenke gekauft. Der Bedarf übersteigt allerdings bei Weitem unsere Möglichkeiten, zu helfen. Doch wir geben unser Bestes. Der Inhalt der Pakete hilft, den Alltag zu meistern: Kleider, Schuhe, Zahnbürste und -pasta, Desinfektionsmittel, Schulhefte, Stifte und Spielsachen. Es war nicht möglich, alle Kinder zu einer Feier zu versammeln, wie wir es früher getan hatten. Also besuchte ich die Familien einzeln, um die Geschenke zu überreichen. Ich finde keine Worte, die Begeisterung der Kinder zu beschreiben.

Ich danke euch für eure Unterstützung für uns hier in Eritrea. Eure Hilfe und euer Beten bedeuten uns viel.