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mali kw29Georgien: Leuchtende Farben


Sein Dasein verlief unruhig, freudlos, öde und grau – bis unverhofft Farbe in sein Leben kam. Joni Ianvarashvili, Einheimischer AVC-Mitarbeiter, erzählt aus seinem Leben.


Ich erblickte 1977 in Georgien und damit in der Sowjetunion das Licht der Welt. Die kommunistische Partei beherrschte die Szene, weshalb der Glaube an Gott nicht eben hoch im Kurs stand. Auch bei mir nicht.


Leben in Grautönen
Der Absturz der Sowjetunion brachte für Georgien die Unabhängigkeit – und einen Zusammenbruch. Hunger, Kälte, Arbeitslosigkeit, Gesetzlosigkeit und Kriege setzten uns derb zu.
Mein Leben spiegelte Georgiens Chaos wieder. Ich wurde zum Hooligan, empfand, in einem Sumpf zu versinken. Dass meine Nachbarin »glaubte«, wusste ich. Aber was und an wen? Keine Ahnung. Ich war 13, als sie mich erstmals darauf ansprach und in die Kirche schleppte. Doch da gabs nur ergraute Häupter, und ich machte mich fluchtartig davon. Doch etwas schien in mir hängen geblieben zu sein. Benebelt vom Geist des Wodkas erinnerte ich mich dennoch an Worte, die ich in der Kirche aufgeschnappt hatte. Doch ich schaffte es nicht, aus meinem Zustand auszusteigen.

Unverhoffter Farbenrausch
Mit 17 nahm mein Leben eine unfreiwillige Wende: Ich wurde verhaftet. Verzweifelt bat ich den Gott um Hilfe, von dem ich in der Kirche gehört hatte. Worauf ich gegen Kaution freigelassen und noch während der laufenden Untersuchungen amnestiert wurde. Ob’s daran lag, dass ich gebetet hatte? Jedenfalls besuchte ich ein Treffen von Christen bei meiner Nachbarin. Dort trat Jesus in mein Leben – und der Heilige Geist.
Die Auswirkung war krass. Da kam so ein Drang hoch, jedem von Jesus zu erzählen – egal wo und wann. Gott hat mein Leben seither völlig umgekrempelt. Statt nur Grautöne zeigte mein Leben plötzlich leuchtende Farben. Darüber hinaus segnete mich Gott mit einer Perle von Frau und mit Kindern.

Flüchtlingssiedlung
Heute engagiere ich mich in Tserovani, einer Flüchtlingssiedlung, die während des Krieges 2008 gebaut worden ist. Dort leben Georgier, die aus von Russland besetzten Gebieten geflohen sind, darunter auch Christen. Anfang 2019 konnten wir dank Unterstützung von AVC ein Gemeindehaus kaufen. Dort feiern wir jetzt regelmäßig Gottesdienste und sorgen in unserer Sonntagsschule dafür, dass auch die neue Generation für unsere Vision Feuer fängt: Eine Erweckung in Georgien.

Ärzte aus der Gemeinde in Tiflis unterstützen unsere Arbeit, indem sie hier handfest Gottes Liebe weitergeben: Sie versorgen kostenlos Kranke – unabhängig, woran diese glauben. Unsere kleine Kirche hat sich mit geistlichen wie materiellen Herausforderungen herumzuschlagen. Wir träumen zum Beispiel von einem Kleinbus. Denn Tserovani erstreckt sich über ein weites Gebiet und ein Nahverkehrssystem gibt’s hier nicht. Deshalb kurve ich mit meinem Kleinwagen mehrmals hin und her, um ältere Gemeindeglieder zum Gottesdienst abzuholen. Wir sind sehr dankbar für die Partnerschaft mit AVC.

AVC finanziert in Georgien u.a. den Lohn von zwei Evangelisten, Literatur und Sonderbedarf.