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Syrien Mounir

Syrien: Die Angst frisst sie auf

Die Flüchtlingsströme fließen ungebrochen weiter. Die Hilfsströme können da kaum Schritt halten.

Ein Sprichwort sagt: »Wer einen Menschen rettet, der rettet die Welt.« Unser Mitarbeiter George ist entschlossen, die »Welt« zu retten. Er leitet unser Flüchtlingsprojekt im Libanon und setzt sich zusammen mit seiner Familie seit Jahren für Vertriebene aus Syrien und dem Irak ein. Doch das reicht ihm nicht mehr. »Ich bekam einen Impuls, nach Damaskus zu gehen. Ich ging.« Es blieb nicht bei diesem einen Mal. Erst kürzlich kehrte er von seiner zweiten Reise zurück.

Schockierende Realität
Ein mutiger Schritt. Denn Damaskus ist umkämpft. Dennoch leben dort noch viele, auch eine große Anzahl Christen. Nach dem ersten Besuch in Damaskus bat unser Mitarbeiter uns um schnelle Hilfe zur Unterstützung der besuchten Familien. Sofort konnten entsprechende Gelder überwiesen werden. Der zweite Besuch diente dazu, den Familien die Hilfe in Form von Bargeld und Lebensmittelpaketen zu überbringen. Die Lebensmittelpreise in Damaskus sind aufgrund der gegenwärtigen Situation in die Höhe geschnellt und vielen Familien fehlt das Geld, um auch nur das Nötigste zum Überleben einzukaufen.

Haus zerstört, Besitz verloren, Familie auseinandergerissen
Mounir und seine Familie mussten aus ihrer Heimatstadt Daraa fliehen und landeten schließlich in Damaskus. Zwei Söhne wurden von der Armee eingezogen und kämpfen nun gegen den IS. Die Angst um sie frisst die Eltern auf. Dann erfuhren sie, dass all ihr Besitz gestohlen und ihr Haus zerstört wurde. Mounir verließ der Lebensmut. Er fiel in tiefe Depressionen und nahm so stark ab, dass er mittlerweile nicht mehr gehen kann. Wir konnten mit ihm beten und ihn ermutigen und werden seine Familie auch weiterhin unterstützen.

Mounir und seine Familie ist nur eine von ungezählten. So wollen wir unsere Arbeit in Damaskus intensivieren. Derzeit können wir ca. 100 Familien unter die Arme greifen, gerne würden wir die Hilfe auf 1000 ausweiten. Auch wenn es angesichts der großen Not im Nahen Osten nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt, bedeutet dieser Tropfen für die Be- bzw. Getroffenen unendlich viel. Für Spenden mit dem Verwendungszweck »Damaskus« sind wir dankbar.