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News 27 KW Griechenland

Mongolei: Das böse Spiel der Korruption

Die Mehrheit der knapp 3 Millionen Einwohner der Mongolei ist bitterarm. Die Bevölkerung leidet unter den Politikern, die sich am Staat bereichern.

Auch unsere Arbeit in der Mongolei ist immer wieder Spielball von behördlichen Schikanen, sich auf Staatskosten bereichernden Politikern und korrupten Beamten. Willkürlich neu erlassene Gesetze oder ausgetauschtes Personal führen dazu, dass sich unsere Partner vor Ort regelmäßig wieder von Neuem mit dem gleichen alten Papierkrieg herumschlagen müssen.

Eine der unzähligen (und unglaublichen) Geschichten betrifft die Direktorin unserer Partnerorganisation und ihre Familie direkt. Ihr jüngster Sohn hatte diesen Juni sein Abitur als Bester abgeschlossen und ließ sich daraufhin für den Studiengang Internationale Beziehungen einschreiben. In diesem Lehrgang sind 50 Studienplätze vorgesehen – so weit, so gut. Nur eine Woche vor Semesterbeginn hat ihn nun die Nachricht erreicht, dass es für ihn leider doch keinen Studienplatz mehr gibt. Offensichtlich haben finanzstarke Eltern die Zulassung für ihre Schützlinge gekauft und damit den Sohn unserer Direktorin, der die besten schulischen Leistungen vorweisen konnte, verdrängt.

Unter solchen Bedingungen nicht den Mut zu verlieren, verlangt einiges ab. Unser Team vor Ort ist froh und dankbar um die treue Unterstützung und Ermutigung durch AVC. Das Gästehaus zur Schaffung von Arbeitsplätzen und die Obdachlosenzentren bringen weiterhin viel Veränderung und Hoffnung in die – im doppelten Sinne – frostige Umgebung.