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Bosnien AWF 1Bosnien: Überraschung auf beiden Seiten

»Damit habe ich nicht gerechnet, hier in Europa auf so eine große Armut zu treffen«, meint einer der im Rahmen der Aktion Weihnachtsfreude in Bosnien und Herzegowina unterwegs ist. Besuchte und Besucher erleben gleichermaßen Überraschungen.

Nur ein paar Autostunden von Wien entfernt, an der bosnisch-kroatischen Grenze, treffen wir auf bittere Armut. Großfamilien, die auf engstem Raum in barackenähnlichen Buden hausen. Ältere Menschen, zum Teil ans Bett gebunden, in Häusern ohne ordentliche Heizung und Sanitäranlagen. »Niemand kümmert sich um mich«, klagt eine 78-jährige, bettlägerige Frau, »meine Tochter ist weggezogen, um der Armut zu entfliehen.« Jetzt kämpft sie sich allein durch den Tag. Lediglich ihre Nachbarin schaut gelegentlich vorbei, um ihr zu helfen.

Freude trotz Einsturzgefahr
In abgelegenen Gegenden ohne befestigte Straßen besuchen wir Familien, die in einsturzgefährdeten Häusern leben. Das Geld fehlt, um die Kriegsruinen zu reparieren. Unsere Pakete lösen bei den überraschten Familien Freude aus. Und Dankbarkeit für das Mehl, den Zucker, die Teigwaren, Hygieneartikel und vieles mehr. »Warum tut ihr das?« Diese und ähnliche Fragen beantworten wir, indem wir von Jesus erzählen. Einige nehmen die Einladung an und lassen für sich beten. Die Aktion Weihnachtsfreude in Bosnien und Herzegowina lindert nicht nur die materielle Not der Menschen, sie trägt auch dazu bei, Brücken zu ihnen zu bauen und sie mit der Liebe Gottes und seiner guten Nachricht zu erreichen.

Begeisterung trotz Landminen
Die Kinder drücken ihre Begeisterung über die Weihnachtsgeschenke lautstark aus. Ihre Augen strahlen. Sie leiden unter der Armut ihrer verzweifelten Eltern, wachsen in einer vom Krieg traumatisierten Gesellschaft auf. In Grenzgebieten sind spielende Kinder der Gefahr ausgesetzt, von Landminen zerfetzt zu werden. »Im vergangenen Jahr ist ein achtjähriger Junge beim Holzsammeln von einer Landmine getötet worden«, so die Direktorin einer grenznahen Schule, »niemand weiß, wo die Minen verborgen liegen.« Seitens der Behörden wird kaum etwas unternommen, um die weitläufigen Landstriche von der Hinterlassenschaft des Krieges zu säubern.

Ausdauer trotz steinigem Weg
Die christlichen Gemeinden vor Ort geben vom Wenigen, das sie haben, ihr Bestes, um Lebensbedingungen von Mitbürgern zu verbessern und ihnen die gute Nachricht von Jesus weiterzugeben. Ein mühsames Unterfangen über die vergangenen Jahre, und auf den ersten Blick oft fruchtlos geblieben. Tiefverwurzelte Traditionen legen Steine in den Weg, verwehren den Zugang zu einer lebendigen Beziehung mit Christus.

Umso mehr ist es AVC ein Anliegen, die lokalen christlichen Gemeinden in ihrer evangelistischen Arbeit zu unterstützen und ihnen Mut zu machen, nicht aufzugeben. Der geistliche Same, der gepflanzt ist, wird aufgehen und positive Veränderungen im Land herbeiführen.

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