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Moldau Drogen fuer die Seel

Moldau: Drogen für die Seele

Artjom ist erst 24 Jahre, wirkt aber viel älter. Verständlich, wenn man seine Biografie kennt.

Fatale Wendung
Artjom wächst in Chišinau auf, treibt viel Sport. Als seine Eltern sich scheiden lassen, nimmt sein Leben eine fatale Wendung. Er beginnt die Schmerzen seiner Seele mit Drogen zu betäuben, mit 18 Jahren ist er heroinabhängig. Er bestiehlt seine Familie, um an Geld für immer mehr Rauschmittel zu gelangen. Schließlich ist er am Ende. Ihm droht Gefängnis und er fleht seine Mutter verzweifelt um Hilfe an. Gemeinsam entscheiden sie: Nur das Militär kann noch helfen.

Drill statt Drogen
Der junge Mann hat große Hoffnung, dass der strenge Drill des Militärs ihm helfen wird, sein Leben zu ordnen. Doch nachts erlebt er den Horror. Fünfzehn qualvoll durchwachte Nächte treiben ihn in die Verzweiflung. Das Letzte, was ihm noch einfällt: beten. Immer wieder betet er das Vaterunser, das einzige Gebet, das er kennt. Und es hilft. Er wird ruhiger und kann endlich schlafen. Von Tag zu Tag geht es ihm besser. Doch schnell ist das Gebet vergessen, das Militär nimmt ihn vollkommen ein. Alles scheint gut, bis er das Militär verlässt. Er lernt eine Frau kennen, zieht mit ihr zusammen und rutscht wieder in die Drogenszene. Und diesmal ist er direkt an der Quelle, denn seine Freundin stellt die Drogen selbst her. Das Elend beginnt von vorne, wird schlimmer als je zuvor. Er wird obdachlos und sein Körper beginnt zu faulen. »Ich wollte einfach sterben, ich war vom Leben enttäuscht und sah keinen Sinn mehr.«

Endlich Hoffnung
Am Tiefpunkt seines Lebens erzählt ihm jemand von unserem Rehabilitationszentrum. Artjom greift nach diesem letzten Strohhalm. Die Therapie ist ein harter Kampf für ihn. Sein körperlicher Zustand wird zusehends schlimmer, sein Kiefer fault, seine Zähne fallen aus, die Schmerzen sind unerträglich. »Starke Schmerzmittel halfen nicht mehr, nur die Gebete.« Artjom hat noch einen weiten Weg und zahlreiche Operationen vor sich. Aber das erste Mal seit vielen Jahren hat er Hoffnung. »Ich bin Gott so dankbar, dass ich jetzt Hoffnung und mein Leben einen Sinn hat. Ich spüre seine Liebe. Ich weiß, dass ich noch viele Schwierigkeiten vor mir habe. Doch Gott wird mir helfen und mich heilen.«