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Syrien Wenn nur noch beten hilft

Syrien: Wenn nur noch beten hilfe

Kobane, die vom IS zerstörte syrische Stadt, die nur knappe drei Flugstunden von uns entfernt ist, wird zunehmend von der Aussenwelt abgeschnitten. Und wieder einmal trifft es die Ärmsten und Schwächsten.

Neben Kobane leiden auch andere kurdische Städte an der Isolation von der Aussenwelt und damit am Mangel an Nahrungsmittel und anderen lebensnotwendigen Gütern.

Die türkische Armee kontrolliert die Grenze mit Wärmebildkameras, so dass nachts weder Katze noch Hund die Grenze überqueren können, geschweige denn ein „illegaler“ Reis- oder Mehltransport. Die Route durch den Irak bleibt wegen Kriegen zwischen dem IS, den Russen und der irakischen Armee unpassierbar.

Wir hören,  dass sogar auf türkischem Boden kurdische Städte hungern und Menschen Blätter von den Bäumen pflücken, um etwas essen zu können.
„Wo bleibt unsere Hilfe? Sind wir der ganzen Welt so egal?“ – Fragen, die uns von Betroffenen oft gestellt werden.

AVC hat für 60'000.- Euro eine dieselbetriebene Bäckerei fertiggestellt und das erste Brot wurde schon gebacken. Geld für die Brotproduktion ist vorhanden, jedoch zurzeit keine Möglichkeit, Brennstoff und Mehl vor Ort zu kaufen oder dieses von einem angrenzenden Land nach Syrien zu bringen.

Unser Hospitainer (fahrbare Klinik für über 2000 lokalanästhetische Operationen) wäre seit Monaten in Syrien, hätten nicht Kampfjets die Versorgungsroute vom Nordirak bombardiert. So wartet unsere dringend benötigte Klinik nach wie vor in Holland auf ihre Transportmöglichkeit. Kobane liegt zudem in einer Flugverbotszone. Darum traut sich nicht einmal die Nato, uns zu helfen, obschon das Abwerfen von Essen per Flugzeug kein Problem wäre.

Seit Monaten arbeiten wir mit Hochdruck an Lösungen, wie den Menschen in Kobane geholfen werden kann – bis hin zu höchsten Regierungstellen, u.a. in den USA. Vielen Menschen hat bisher geholfen werden, doch momentan sind wir am Ende unseres Lateins. 

Liebe AVC-Freunde: Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht. Jetzt bleibt nur noch, zu beten …