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Aufgebahrt

Tod in Sibirien

Auf der Bibel stand mit dem Blut der Opfer geschrieben: »Christen, wir werden euch alle umbringen!«

14. Dezember 2015. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft uns die Nachricht: Zwei unserer Bibelschülerinnen sind ermordet worden.

In Turgenevka beerdigen wir eine unserer jüngsten Missionarinnen. Valentina wäre in drei Tagen 18 Jahre alt geworden. In Tajschet findet die zweite Beisetzung statt. Katharina ist 29 Jahre alt geworden.

Zusammen mit zwei weiteren Studenten waren sie nach dem theoretischen Teil der Bibelschule in ein Dorf in der Region Irkutsk gefahren, um eine neue Gemeinde zu gründen. Ein Ehepaar besucht die Veranstaltungen. Die Frau trifft nach kurzer Zeit eine Entscheidung für Jesus. Plötzlich bleiben beide weg. Vielleicht aus Furcht, denn die orthodoxe Kirche im Dorf verbreitet das Gerücht, die ungebetenen Eindringlinge seien Sektierer, die Häuser und Kinder wegnehmen wollten. Gott weiß, was über den Mann gekommen ist; er wird zunehmend aggressiv gegen seine Frau. Am 13. Dezember sind die beiden jungen Bibelschülerinnen bei ihr zu Besuch, beten für sie. Plötzlich stürmt der Ehemann herein, bedroht seine Frau und schlägt mit einer Eisenstange auf die Studentinnen ein. Die Frau flieht, ruft die Polizei. Doch bei deren Eintreffen sind die zwei Studentinnen bereits tot. Erschlagen, mit einer Axt zerhackt, die Körperteile in den Hühnerstall geworfen. Auf der Bibel steht mit dem Blut der Opfer geschrieben: »Christen, wir werden euch alle umbringen!«

Bei Valentinas Beerdigung in Turgenevka ist fast das ganze Dorf anwesend. Die Feierlichkeiten sind so bewegend, dass am Ende 15 Menschen eine Beziehung mit Jesus eingehen. Und auch bei der zweiten Beerdigung ist die Gegenwart Gottes spürbar. Und noch bevor der Sarg hinausgetragen wird, kommen zehn Menschen nach vorne, um ihr Leben Jesus zu übergeben. Unter ihnen Katharinas Schwester, tränenüberströmt. Sie sagt: »Ich will das weiterführen, was meine Schwester nicht beenden konnte.«