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Bulgarien nur noch haut und knochen

Bulgarien: Gnadenloser Winter

Seit Wochen herrscht in Bulgarien ein harter Winter, mit viel Schnee und tiefen Temperaturen. Unser Partner, der ein Obdachlosen-Zentrum betreibt, berichtet, dass immer wieder Leute daherkommen, deren Füsse den Anschein erwecken, erfroren zu sein. Doch er habe keine Möglichkeit, diese zu behandeln. Er möchte aber auch niemanden in die eisige Kälte zurückschicken, denn dort droht der Tod. Unser Partner ist ständig im Konflikt mit den bürokratischen Behörden und nachlässigen Krankenhäusern und kämpft um Unterstützung für seine Klientel.

Nur noch Haut und Knochen
Rumen arbeitete über mehrere Monate als Hirte in Südbulgarien. Als sein Arbeitgeber die Viehherde verkaufte, stand Rumen ohne Lohn und Personalausweis auf der Strasse. Trotz Schnee und Kälte machte er sich zu Fuss auf den Weg zu seinem vorherigen Arbeitgeber und legte mit Mühe und Not 40 km zurück. Auch dort fand er jedoch keine Arbeit. So ernährte er sich während Wochen fast nur von Schnee und Eiszapfen. Das Sozialamt griff den schwachen Mann, der fast nur noch aus Haut und Knochen bestand, auf und wollte ihm helfen. Doch wer in Bulgarien weder Ausweis noch Krankenkassenversicherung vorweisen kann, hat keine Chance auf Hilfe. Also schickten sie ihn zu uns.

Zezo, der Leiter unserer Notunterkunft, erkannte das Problem sofort: Rumen ist unterkühlt, und seine Füsse sind gefroren. Sofort informierte er das städtische Krankenhaus und musste dann drei Tage lang mit den Ärzten verhandeln und kämpfen, bis sie ihn endlich aufnahmen. Sie stellten tatsächlich fest, dass ein Teil seiner Füsse amputiert werden musste.

Der Fall wurde anschließend zugunsten des Krankenhauses ausgeschlachtet: In den Medien wurde das Krankenhaus als Retter in der Not hochgejubelt und den Lesern die Möglichkeit gegeben, Spenden direkt auf das Konto des Krankenhauses zu überweisen. Welchem Zweck das Geld zugeführt wird, bleibt unklar. Die Verantwortung, für den Mann zu sorgen, bleibt jedenfalls bei unserem Partner.

Wir beten …
> für Möglichkeiten, wirksamen Druck auf die Behörden auszuüben;
> dass die Menschen hier den harten Winter gut überstehen;
> für eine gute und rasche Wiederherstellung von Rumen.